Draußen geboren. Nicht vergessen.

Viele Katzen kommen auf den Streunerhof, ohne zu wissen, dass menschliche Nähe etwas Schönes sein kann. Manche beobachten zunächst aus sicherer Entfernung, andere wagen schon bald die ersten vorsichtigen Schritte.

Steffi begleitet jede von ihnen mit viel Ruhe, Geduld und ohne Druck. Sie gibt ihnen die Zeit, die sie benötigen, um Menschen kennenzulernen und Vertrauen zu fassen. Wer Nähe zulassen möchte, darf Schritt für Schritt Teil des gemeinsamen Alltags werden – und wenn eine Katze es selbst möchte, sogar ein geliebtes Mitglied der Familie.

Denn auf dem Streunerhof muss niemand zahm werden. Aber jede Katze bekommt die Möglichkeit, sich sicher, willkommen und zugehörig zu fühlen.

Hilfe beginnt mit einem vollen Napf – und geht weit darüber hinaus.

Streunerhilfe bedeutet, jeden Tag hinzusehen. Wir versorgen die Katzen regelmäßig mit Futter und Wasser, beobachten ihren gesundheitlichen Zustand und erkennen oftmals schon an kleinen Veränderungen, wenn eine von ihnen Hilfe benötigt.

Auf dem Streunerhof steht den Katzen eine große, geschützte Gartenhütte zur Verfügung. Ausgestattet mit gemütlichen Betten, Spielzeug und Kratzmöbeln bietet sie Schutz vor Wind und Wetter – aber auch einen sicheren Rückzugsort, an dem die Streuner zur Ruhe kommen und selbst entscheiden können, wie viel Nähe sie zulassen möchten.

Kranke oder verletzte Tiere werden tierärztlich behandelt und weiter begleitet. Durch Kastrationen verhindern wir, dass immer neue Kitten in ein Leben voller Hunger, Krankheiten und Unsicherheit hineingeboren werden. Katzenmütter und ihre Kitten erhalten einen geschützten Platz, an dem sie sicher aufwachsen können.

Jede Katze bekommt die Unterstützung, die sie benötigt – unabhängig davon, ob sie dauerhaft draußen lebt oder Schritt für Schritt Vertrauen fasst und eines Tages freiwillig Teil der Familie wird.

Manchmal beginnt Vertrauen mit einem einzigen Blick.

Für viele Streuner ist Steffi zunächst nur ein Mensch in der Ferne. Sie füllt die Näpfe, sorgt für einen geschützten Schlafplatz und spricht mit ihnen, ohne etwas zu verlangen. Dann geht sie wieder – und kommt am nächsten Tag zurück.

Genau darin beginnt Vertrauen: in der Verlässlichkeit. Darin, dass Futter bereitsteht, die große Gartenhütte Schutz vor Wind und Wetter bietet und jemand bemerkt, wenn eine Katze Hilfe benötigt. Steffi begleitet jede von ihnen in ihrem eigenen Tempo. Manchmal dauert es Tage, manchmal viele Wochen oder Monate.

Und irgendwann bleibt eine Katze sitzen, obwohl Steffi näherkommt. Eine Hand darf sich vorsichtig nähern. Die erste Berührung ist vielleicht nur ganz kurz – doch beim nächsten Mal dauert sie etwas länger. Aus Anspannung wird Neugier, aus Neugier Vertrauen und aus einer vorsichtigen Berührung manchmal das erste richtige Köpfchengeben.

Manche Streuner lernen diese Nähe so sehr zu genießen, dass sie irgendwann selbst nach Streicheleinheiten fragen, auf Steffi warten oder ihr bis ins Haus folgen. Wenn sie es möchten, dürfen sie bleiben und ein Teil der Familie werden. Andere fühlen sich draußen wohler und behalten ihren Abstand. Auch sie gehören dazu und werden genauso zuverlässig versorgt.

Keine dieser Katzen hat sich ein Leben voller Hunger, Kälte und Unsicherheit ausgesucht. Ihre größte Hoffnung sind Menschen, die sie sehen und nicht wegschauen. Für die Streuner vor Ort ist Steffi genau dieser Mensch.

Kastration verhindert Leid, bevor es entsteht.

Kastration verhindert Leid, bevor es entsteht.

In Deutschland leben mehrere Millionen Straßenkatzen – meist verborgen und von vielen Menschen unbemerkt. Nach Angaben des Deutschen Tierschutzbundes sind 99 Prozent der Straßenkatzen krank, wenn Tierschutzvereine sie erstmals untersuchen lassen. Bis zu 75 Prozent der draußen geborenen Kitten erreichen nicht einmal den sechsten Lebensmonat.

Eine unkastrierte Katze kann mehrmals im Jahr durchschnittlich vier bis sechs Junge zur Welt bringen. So wächst die Zahl der Tiere weiter, obwohl Futter, sichere Schlafplätze und medizinische Hilfe schon heute fehlen.

Deshalb sichern wir unkastrierte Katzen behutsam, lassen sie tierärztlich untersuchen und kastrieren. Nach dem Eingriff dürfen sie sich geschützt erholen. Katzen, die draußen zu Hause sind, kehren anschließend in ihr vertrautes Revier zurück und werden dort weiterhin versorgt.

Jede Kastration durchbricht diesen Kreislauf. Sie verhindert neues Leid und schenkt den bereits geborenen Katzen die Chance auf ein sichereres und gesünderes Leben.

Ein sicherer Anfang für die Kleinsten.

Für Katzenmütter und ihre Kitten kann ein geschützter Ort alles verändern. Hier dürfen sie zur Ruhe kommen, gesund werden, unbeschwert spielen und erfahren, dass menschliche Nähe keine Gefahr sein muss. Mit Geduld und Geborgenheit wächst aus vorsichtigen ersten Schritten langsam neues Vertrauen.

Geborgen aufwachsen

Die Katzenmütter können ihre Jungen in Sicherheit versorgen. Die Kitten erhalten Wärme, gutes Futter, medizinische Betreuung und den geschützten Raum, den sie für einen gesunden Start ins Leben benötigen.

Vertrauen fassen

Ohne Druck lernen die Kleinen und ihre Mütter den Alltag mit Menschen kennen. Manche bleiben lieber auf Abstand, andere suchen immer mehr Nähe – und dürfen, wenn sie es selbst möchten, eines Tages Teil einer Familie werden.

Ein paar Gesichter des Streunerhofs